Cora Kenborn + Catherine Wiltcher – Bad Blood

Eine prickelnde Enemies-to-Lovers-Geschichte im Umfeld zweier verfeindeter Mafia-Clans.

Klappentext

Eine Santiago ist ein Lehrstück des Verderbens.

Ein Carrera blutet vor Rache.

Thalia Santiago ist die Tochter meines Feindes.

Eine wunderschöne Rebellin mit nur einem Ziel.

Impulsiv.

Furchtlos.

Und bereit, von ihrem Vater vernichtet zu werden.

Ich erkannte sie in dem Moment, als sie mein Casino betrat.

Ich sah, wie sie die Feuer entfachte, die ihre hübschen Finger verbrannten, und dann goss ich Benzin ins Feuer.

Nun steht sie in meiner Schuld, und ihre Schuld ist ein glänzender Goldring und ein Schwur der Täuschung.

Ich werde sie beugen.

Ich werde sie brechen.

Ich werde unsere Farce von einer Ehe in ein Schlachtfeld verwandeln.

Und diesen Fluss des Hasses, der zwischen unseren beiden Familien fließt?

Ich werde ihn zu einem Ozean des Hasses machen.

 

Meine Meinung

Seit 20 Jahren währt die Familienfehde zwischen den Santiagos und den Carreras. Seitdem sind die beiden Mafiafamilien bis aufs Blut miteinander verfeindet. Die beiden Autorinnen  thematisieren dies auf wunderbare Weise unter Verwendung des berühmten Shakespeare-Zitates: „Die Sünden der Väter werden auf die Kinder gelegt.“ Vor allem die beiden Hauptfiguren, Thalia und Santi, hadern mit dem Schicksal, das ihre Väter ihnen aufzwingen, wenn sie aufeinandertreffen.

Thalia ist die jüngste Tochter des Santiago-Bosses. Trotz ihrer 19 Jahre ist sie mutig, clever und überaus versiert im Umgang mit schwierigen Situationen. Sie liebt ihre Familie, vor allem ihre ältere Schwester. Santi ist der älteste Sohn des Chefs des Carrera-Clans, ein skrupelloser, brutaler, extrem attraktiver und kluger Anführer, der trotz seiner 22 Jahre die Geschäfte seines Vaters in den USA übernommen hat und überaus erfolgreich ist. Die beiden begegnen sich, weil Thalia – inkognito und unentdeckt, wie sie meint – die Frechheit besitzt, das Geld in einem Casino des Carrera-Clans gewinnen zu wollen. Sie hat sich in die Hand eines Erpressers begeben, der eine halbe Millionen Dollar für ein  Video will, das ihre Schwester auf übelste Weise kompromittiert.

Besonders logisch ist Thalias Verhalten nicht. Denn wäre sie so klug, wie es im weiteren Verlauf des Romans der Fall ist, würde sie diesem Erpresser niemals trauen, sie wäre auch nicht so naiv zu glauben, dass der Feind sie in seinem Kasino nicht erkennen würde, und sie würde die Sache in die Hände ihrer beiden Freunde legen, die Führungspositionen beim Santiago-Clan einnehmen. Ihnen würde es problemlos gelingen, das Video in die Hand zu bekommen, denn sie sind weit über New York hinaus gefürchtet. Schon, um am Leben zu bleiben, würde der Erpresser sie ihnen überlassen. – Aber Schwamm drüber: Die Autorinnen brauchten einen Grund, dass Thalia in Santis Casino auftaucht, und was sich daraus ergibt, ist so reizvoll und spannend, dass wir die Logiklücken gerne ignorieren.

Santi lässt Thalia in sein Büro bringen. Er will wissen, wieso sie sich in Carrera-Terrain gewagt hat und wozu sie Geld braucht. Schließlich ist ihr Vater vielfacher Millionär. Als sie schweigt, zwingt Santi sie, die Chips, die sie gewonnen hat, vom Boden aufzuheben. Ich gebe die sich daran anschließende Handlung in Englisch wieder, da das Buch nicht auf Deutsch erschienen ist:

»On your hands and knees like a whore. Why do you need it so badly, anyway? Daddy cut your allowance?«

»Like I said«, I rasp out, my voice trembling. »He doesn´t know.«

I find myself staring down the barrel of his gun.

»Wait.«

»I´m not known for my patience, Senorita«, he says, slowly flexing his fingers around the grip. »If I were you, I´d start talking. Because on my side of the river, the punishment fit´s the crime, and I`ve already ruined one thief`s day. Would you like me to make it two?«

Hell no. But I can´t afford to back down now.

»You´re not known for your compassion either, Santi Carrera«, I grit out. »Why the hell would I bother telling you anything, if you´re just going to kill me anyway?«

»You have three seconds.«

»Go ahead. Pull that trigger. Start the war to end all wars. See how far my father will go to avenge the death of his youngest daughter.« Now it´s my turn to shake my head in disgust. »I know all about you Carreras and your dirty tricks and deceit. You call me a maldita mentirosa, but tell me, have you taken a good look in the mirror lately?«

I´m rewarded for my words with cool steel pressed against my forehead. Whatever stings of patience this man had just snapped at my insults.

Me and my big mouth…

I close my eyes and wait for the bullet.

Mit diesem Cliffhanger endet das Kapitel. Natürlich erschießt Santi sie nicht. Ihm imponiert ihr Mut, und er will unbedingt herausbekommen, was sie ihm verschweigt. Außerdem sieht er die Chance, den Santiago-Clan dadurch zu demütigen, dass er Thalia heiratet. Diese lässt sich darauf ein, weil er ihr verspricht, ihr das Geld zu geben.

Wiederum ist es nicht sonderlich logisch, dass Thalia sich auf diesen Deal wegen einem vergleichsweise lächerlichen Geldbetrag einlässt. Doch auch hier sage ich: Schwamm drüber: Die Autorinnen brauchten in dieser Enemies-to-lovers-Geschichte einen Grund, damit die beiden einander heiraten, und das sich daraufhin ergebende Katz-und-Maus-Spiel zwischen Thalia und Santi ist so reizvoll, dass wir auch diese Logiklücke gerne überlesen.

Im weiteren Verlauf der Geschichte kommt es zum Beispiel zu einem köstlichen Familienessen bei den Carreras. Neben Thalia und Santi nehmen daran dessen Vater, seine Mutter und seine Schwester teil. Der Vater ist stinksauer, dass sein Sohn ohne seine Erlaubnis, ja nicht mal ohne seine Kenntnis, die Tochter seines ärgsten Feindes geheiratet hat. Er macht seinem Ärger mit spitzen Bemerkungen Luft. Als sie nicht die erhoffte Wirkung erzielen, wendet er sich mit gespielter Freundlichkeit an Thalia, was Santis wie folgt beschreibt.

»My son seems to have forgotten his manners. Please … tell us about yourself.« He pins her with a lethal stare. »You are, after all, family now.«

The insult is unspoken, but it´s loud and clear. Thalia will never be a part of our family, in this life or the next.

I slam my wine glass down, but my retort dies on my tongue when I catch Thallie shaking her head at me. »Santi, it´s fine. Your father has every right to be curious about me. And every right to have his questions answered.«

… All her life, she´s been taught to hate the very people she´s being forced to make polite conversation with tonight. I expected tantrums. What I´m receiving is fucking Oscar-worthy.

Is it for her, or for me?

We made a deal, but somewhere along the line the terms started blurring.

»I´m nineteen«, she says, glancing around the table, meeting everyone´s curious eyes in turn, even the ones flashing unwelcome signs at her. »I moved to Manhattan to be with my older sister, Ella, a year ago.«

»Do you attend college, or does your father not allow it?«

»College isn´t my thing«, she admits, ignoring the jab. »I lasted one semester.«

»And what is your ›thing‹, Senorita Santiago?«

»Senora Carrera«, she corrects softly.

My father leans forward as if he´s misheard, but his brief glance my way has all the charm of a razor blade. »What was that?«

»You called me Senorita Santiago«, says Thalia, meeting his gaze. »As you pointed out, I´m part of the family now, and that includes my name.«

Lola`s mouth drops open.

My mother laughs softly.

My dick turns to stone.

But my father´s jaw ticks as he says »Lo siento, Senora Carrera. My apologies.«

 

Kern der Geschichte ist die Beziehung zwischen Thalia und Santi. Ihr anfänglicher Hass löst sich mehr und mehr auf. Einmal wegen ihrer starken körperlichen Anziehung, aber auch, weil sie es satt haben, die zwanzigjährige Fehde ihrer Väter fraglos fortzuführen. Dieser Wandel geschieht allmählich und mit vielen Aufs und Abs, die für mich glaubhaft rüberkommen.

Buch 1 der Dilogie endet mit jeder Menge Enthüllungen und einem überraschenden Cliffhanger. Trotz des – in meinen Augen – wenig ansprechenden Covers und der Logiklücken gebe ich für Bad Blood eine klare Leseempfehlung.

Fazit

Bad Blood ist eine Enemies-to-Lovers-Geschichte, in der sich die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren glaubwürdig entwickelt. Der Roman überzeugt darüber hinaus durch seinen spannenden Plot und einen Cliffhanger, der Lust auf Band 2 der Dilogie macht.

                                  6 von 7 Punkten.

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