Rebecca Yarros: Fourth Wing – Flammengeküsst

Slow-Burn Romantasy, Geheimnisse, Intrigen und eine wahrhaft mörderische Ausbildung zum Drachenreiter!

Klappentext

Ein Drache ohne seinen Reiter ist tragisch. Ein Reiter ohne seinen Drachen ist tot.

Violets Traum, Schriftgelehrte am renommierten Basgiath War College zu werden, zerplatzt jäh, da sie als Tochter der Generalin am Auswahlverfahren der Drachenreiter teilnehmen muss. Das erste Jahr wird nicht einmal die Hälfte aller Bewerber überleben, denn Drachen binden keine schwachen Menschen, sie fackeln sie nieder. Die meisten Kadetten wollen Violet allein aufgrund ihrer Herkunft niederstrecken – besonders Xaden, der mächtigste und skrupelloseste unter den Geschwaderführern. Und ohne Frage auch der attraktivste. Ausgerechnet ihm wird Violet unterstellt. Sie wird jeden Vorteil nutzen müssen, wenn sie überleben will. Denn am Basgiath War College haben alle eine Agenda und es gibt nur zwei Wege hinaus: den Abschluss machen oder sterben.

Meine Meinung

Rebecca Yarros beschreibt in „Fourth Wing – Flammengeküsst“ eine Welt, in der die Elite-Kriegerkaste der Drachenreiter Navarre seit Jahrhunderten vor den Übergriffen aus dem benachbarten Poromiel bewahrt. Von einem Ausbildungsjahrgang der Drachenreiter überlebt in der Regel nur ein Drittel der Rekruten, weil das Auswahlverfahren extrem hart ist. Vor allem für Violet Sorrengail, die Schriftgelehrte werden wollte und von ihrer Mutter dazu gezwungen wurde, am tödlichen Auswahlverfahren am Basgiath War College teilzunehmen.

Schon im ersten Absatz beschreibt die Protagonistin und Ich-Erzählerin ihre Ausgangssituation:

Der Einberufungstag ist immer am tödlichsten. Vielleicht ist deshalb der Sonnenaufgang heute Morgen besonders schön – weil ich weiß, dass es mein letzter sein könnte.

Ich zurre die Riemen meines Segeltuchrucksacks fest und stapfe die breite Treppe der steinernen Festung hinauf, die ich mein Zuhause nenne. Meine Brust hebt und senkt sich vor Anstrengung und als ich endlich den Korridor erreiche, der zum Büro von General Sorrengail führt, brennt meine Lunge. Das also haben mir sechs Monate intensiven körperlichen Trainings gebracht – dass ich gerade mal sechs Treppenabsätze mit einem dreißig Pfund schweren Rucksack auf dem Rücken hochschaffe.

Ich bin so was von am Arsch.

General Sorrengail ist Violets Mutter. Sie will, dass Violet – wie ihre beiden älteren Geschwister – Drachenreiterin wird. Dabei schert es sie nicht, dass Violet nicht die Konstitution ihrer Geschwister hat. Ihre sechs Jahre ältere Schwester Mira hält sich bei Violets Ankunft im Büro der Generalin auf und versucht, ihre Mutter davon zu überzeugen, Violet Schriftgelehrte werden zu lassen:

»Violet in den Reiterquadranten zu schicken, kommt einem Todesurteil gleich.« Mira ist anscheinend noch nicht fertig mit Diskutieren. Mira ist nie fertig, mit Mom zu diskutieren, und das Frustrierende an der Sache ist, dass meine Mutter sie dafür stets respektiert hat. Zweierlei Maß vom Feinsten. »Sie ist nicht stark genug, Mom! Sie hat sich dieses Jahr bereits den Arm gebrochen, jede zweite Woche verstaucht sie sich irgendwas Neues. Außerdem ist sie zu klein, um auf einen Drachen zu klettern, der groß genug wäre, sie im Kampf am Leben zu halten.«

»Echt jetzt, Mira?« Was. Zur. Hölle. Meine Fingernägel bohren sich schmerzhaft in die Handflächen. Zu wissen, dass meine Überlebenschancen minimal sind, ist die eine Sache. Eine Schwester zu haben, die mir meine Unzulänglichkeiten so unverblümt um die Ohren klatscht, eine andere. »Willst du damit sagen, ich sei schwach?«

»Nein.« Mira drückt meine Hand. »Nur … zerbrechlich …«

»Das ist kein bisschen besser.« Drachen binden sich nicht an zerbrechliche Frauen. Sie fackeln sie nieder.

»Sie ist also klein.« Mom mustert mich von Kopf bis Fuß und begutachtet die sehr großzügig geschnittene Kombination aus cremefarbener Tunika und Hose, die ich heute Morgen für meine potenzielle Hinrichtung ausgesucht habe.

Ich gebe einen spöttischen Laut von mir. »Wollen wir jetzt alle meine Makel aufzählen?«

»Ich habe nie gesagt, dass es ein Makel ist.« Mom dreht sich zu meiner Schwester um. »Mira, Violet muss an einem einzigen Vormittag mehr Schmerzen aushalten als du in einer ganzen Woche. Wenn irgendeines meiner Kinder den Reiterquadranten überleben kann, dann sie.«

Ich ziehe die Augenbrauen hoch. Das klang verdächtig nach einem Kompliment, aber bei Mom bin ich mir nie ganz sicher.

»Wie viele Reiteranwärter sterben am Einberufungstag, Mom? Vierzig? Fünfzig? Bist du so erpicht darauf, ein weiteres Kind zu beerdigen?«, faucht Mira.

In diesem Buch geht es ums Überleben. Die Anwärter müssen die schweren Prüfungen bestehen, sie müssen fürchten, von den Drachen verbrannt zu werden, mit denen sie sich zu verbinden hoffen und in bestimmten Situationen haben die Rekruten das Recht, einander umzubringen. Letzterer Punkt wird im Buch recht uneinheitlich angewendet, was einer meiner wenigen Kritikpunkte ist. Einmal wird gesagt, wenn sie bei den Wettkämpfen auf der Matte gegeneinander antreten, dürfen sie sich nicht töten oder verletzen (was ja Sinn macht), aber dann kann es doch wieder geschehen und wird nicht bestraft. Mir ist klar, dass die Autorin damit die Spannung erhöhen will, weil die nicht mal ein Meter sechzig große Violet den meisten Rekruten körperlich hoffnungslos unterlegen ist. In diesem Zusammenhang fiel es mir zudem in vielen Kampfszenen schwer, nachzuvollziehen, wie Violet als Siegerin aus ihnen hervorgehen konnte.

Neben dem Überlebenskampf als Rekrutin geht es in dem Roman vor allem um die Liebe. Dain, ihr bester Freund, mit dem sie zusammen aufgewachsen ist, ist Violas direkter Vorgesetzter. Sie haben beide ein Auge aufeinander geworfen. Doch da ist auch Xaden, der noch fantastischer als Dain aussieht und in dessen Gegenwart Violet ein bestimmtes Kribbeln spürt. Xaden gehört zu jenen Verräterkindern, deren Väter vor Jahren einen Aufstand gegen den König initiierten. Violet und Xaden sind natürliche Feinde, denn sein Vater hat ihren Bruder getötet und ihre Mutter sorgte dafür, dass Xadens Vater hingerichtet wurde.

In dieser 800 Seiten langen slow burn-Liebesgeschichte schafft es Rebecca Yarros, die Spannung hochzuhalten, was daran liegt, dass sie die vielen Beziehungen untereinander anschaulich und nachvollziehbar beschreibt. Eine kritische Anmerkung möchte ich nur im Hinblick auf die sexuellen Szenen machen, die für mich deutlich kürzer hätten ausfallen können. Ist aber sicher eine Frage der persönlichen Vorlieben.

Fazit

Fantasy Romance Fans werden dieses Buch verschlingen, um zu erfahren, wie die mutige, kluge Heldin es schafft, den vielen Todesbedrohungen zu entgehen und für wen sie sich in der Liebe entscheidet.

                                 . 6 von 7.

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